04.06.2026 - Münsterlandchase

Deutschland lag auf der Vorderseite eines westeuropäischen Höhentroges, an dessen Kaltfront ein ausgedehntes Wolken- und Niederschlagsband gekoppelt war. Mäßig bis örtlich starke Scherung (10–15 m/s in der unteren Troposphäre, 20–30 m/s in 0–6 km) sowie ML-CAPE-Werte von 200 bis lokal über 500 J/kg schufen die Grundlage für organisierten Konvektion mit Superzell- und Tornadopotenzial.

Dieses mal waren wir zu dritt unterwegs. Die erste Fahrt brachte uns zurück nach Neuenkirchen im Kreis Steinfurt wo wir bereits Freitag eine spannende Begegnung mit Mutter Natur hatten. Die Zelle hatte einige schöne Absenkungen an ihrer Basis die sehr dynamisch für uns tanzten. Leider hatte ich zu diesem Zeitpunkt den Großteil meines Kameraequipments in der Hektik zuhause liegen lassen. So wurde diese Zelle nur mit der GoPro hinter der Scheibe im Zeitraffer festgehalten. SORRY :P - Nach einer kleinen Verlagerungsfahrt in Richtung Süden und einem Zwischenstop zum Kameras einsammeln ging es dann weiter etwas südlich von Münster bei Albersloh wo wir uns wieder goldrichtig positioniert hatten um eine weitere recht dynamische Zelle sehr knapp an uns vorbei ziehen zu lassen (ein echter Chaser wird nicht nass). Auch diese hatte eine leicht rotierende Absenkung wie man im Zeitraffer gut erkennen kann. Ein Funnel oder gar Tornado blieben uns leider mal wieder verwehrt - trotzdem war es wieder was fürs Auge und hat Spaß gemacht! Hoffentlich geht die Saison genau so weiter.

 

 

 

 

29.05.2026 - Chase in Neuenkirchen bei Rheine

Ein ostwärts schwenkender Höhenkeil flachte durch Warmluftadvektion zusehends ab, während sich ein nachfolgender Trog von den Britischen Inseln näherte. Im Nordwesten und Westen Deutschlands stellte sich eine südwestliche Strömung ein, in die bis zum Abend ein Kurzwellentrog hereinlief. Vorderseitig wurde feuchtlabile Luft angesaugt - CAPE-Werte von 1.000 bis über 2.000 J/kg, niederschlagbares Wasser um 30–40 mm und signifikante niedertroposphärische Scherung schufen die Voraussetzungen für hoch reichende, unwetterartige Konvektion mit Starkregen, großem Hagel und schweren Sturmböen. 

Nach einem längeren Sit-in am Schöppinger Berg, wo wir die Wetterlage digital und analog im Blick behielten, türmte sich am nördlichen Horizont ein immer größer werdender Cumulonimbus auf. Es handelte sich um ein Gewitter welches sich in Richtung Lingen im Emsland entwickelte. Nach einem kurzen abwägen der Situation beschlossen wir etwas nach Norden zu verlagern und uns auf dem Thieberg bei Neuenkirchen zu positionieren. Von dort konnten wir die abziehende Zelle fröhlich beim blitzen beobachten und Filmen. Diese Zelle war aber der eigentlichen Front vorgelagert. Wir überlegten ob wir noch weiter nach Norden verlagern sollten aber entschieden uns dagegen da keine Zeit mehr war. Die nachfolgende Front kam schon in greifbare Nähe und sie sollte es in sich haben! Unser Standort und die Entscheidung nicht weiter zu fahren erwiesen sich als goldrichtig.

Aber seht selbst...

 

 

 weitere Schadensbilder von Kevin W.

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