Ein ostwärts schwenkender Höhenkeil flachte durch Warmluftadvektion zusehends ab, während sich ein nachfolgender Trog von den Britischen Inseln näherte. Im Nordwesten und Westen Deutschlands stellte sich eine südwestliche Strömung ein, in die bis zum Abend ein Kurzwellentrog hereinlief. Vorderseitig wurde feuchtlabile Luft angesaugt - CAPE-Werte von 1.000 bis über 2.000 J/kg, niederschlagbares Wasser um 30–40 mm und signifikante niedertroposphärische Scherung schufen die Voraussetzungen für hoch reichende, unwetterartige Konvektion mit Starkregen, großem Hagel und schweren Sturmböen.
Nach einem längeren Sit-in am Schöppinger Berg, wo wir die Wetterlage digital und analog im Blick behielten, türmte sich am nördlichen Horizont ein immer größer werdender Cumulonimbus auf. Es handelte sich um ein Gewitter welches sich in Richtung Lingen im Emsland entwickelte. Nach einem kurzen abwägen der Situation beschlossen wir etwas nach Norden zu verlagern und uns auf dem Thieberg bei Neuenkirchen zu positionieren. Von dort konnten wir die abziehende Zelle fröhlich beim blitzen beobachten und Filmen. Diese Zelle war aber der eigentlichen Front vorgelagert. Wir überlegten ob wir noch weiter nach Norden verlagern sollten aber entschieden uns dagegen da keine Zeit mehr war. Die nachfolgende Front kam schon in greifbare Nähe und sie sollte es in sich haben! Unser Standort und die Entscheidung nicht weiter zu fahren erwiesen sich als goldrichtig.
Aber seht selbst...
weitere Schadensbilder von Kevin W.
